Montag, 13. Juni 2011

Kirschen

In unserem Garten stehen zwei uralte riesengroße Kirschbäume.
Nach der ersten Euphorie im ersten Jahr mußte ich jedoch feststellen, daß es sich in nahezu jeder einzelnen Frucht ein ekliger Wurm gemütlich gemacht hat. Igitt!
Die beiden Eimer, die ich im ersten Jahr gesammelt hatte (und GsD über Nacht auf der Terasse standen) waren dann auch die letzten für die vergangenen 6 Jahre.
So, nun sieht auch in diesem Jahr der Baum wieder so aus:

erstaunlicherweise habe ich bei den ersten Probekirschen kaum ein Würmchen gefunden. Und ich habe sehr genau gesucht, das könnt ihr mir glauben!

Auch bei den nächsten Schüsseln wurde ich kaum fündig.
Jetzt könnte ich mich ja einfach freuen, tu ich aber nicht und zwar aus den folgenden Gründen:
1. warum haben die Kirschen ausgerechnet in dem Sommer keine Würmer mehr, in dem ich meinen Gatten beinahe dazu überreden konnte, uns (unter anderem) zur Kirschwurmvernichtung 3 bis 4 Hühner zu halten?!
2. Zwei Kilo Kirschen sind elendig langsam entkernt, wenn man wie ich noch jede Kirsche einzeln aufschneidet und akribisch nach Wurmspuren untersucht. Das geht nicht anders, da bin ich eigen! Einige Landfrauen geben da ja den zweifelhaften Tipp des Wässerns (also die Kirschernte in Wasser einlegen und über Nacht stehen lassen, damit die Würmer oben schwimmen ... die könne man dann ganz einfach abnehmen - würg!).
3. die Marmelade, die ich dann aus den 2 Kilo entkernten Kirschen in 7 Gläser abfüllen konnte schmeckt nicht so, wie man sich Kirschmarmelade idealerweise vorstellt. Also nicht besonders kirschig, sondern nur süß mit einem Hauch Kirscharoma (wenn mans weiß). Darum habe ich die Gläser auch nicht eigens aufgehübscht und fotographiert. So!

Kommentare:

  1. Ich persönlich finde ja Sauerkirschenmarmelade viiiiiel besser und vom Geschmack her kirschiger als Süßkirschenmarmelade.

    Süßkirschen taugen eigentlich nur zum Sofortverzehr oder Schnaps brennen oder zur Schwarzwälder-Kirsch-Torte ...

    Wir haben den Wassertrick tatsächlich angewendet und ich fand's nicht mal eklig, da war ich aber auch noch jung und wissbegierig.

    LG
    Barbara

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  2. Der geschmackliche Unterschied der Marmelade könnte daran liegen, dass Kirschmarmelade üblicherweise aus Sauerkirschen gekocht wird - oder waren es saure?

    lg Olivia

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  3. Ja, richtig - ich glaube auch, daß das Süßkirschen sind. Das könnte die Erklärung sein.

    Aber was mach ich jetzt mit den Massen?
    Schnapsbrennen halte ich für eine Spitzenidee ;o)

    Christel

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  4. Einfrieren und jeden Sonntag Schwarzwälder-Kirsch-Torte backen ;-)

    Wenn ihr Schnaps daraus macht, dann komm' ich mal vorbei!

    LG
    Barbara

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  5. Dieses Problem habe ich auch in jedem Jahr. Die meisten Rezepte, die es gibt, sind für Sauerkirschen. Im letzten Jahr habe ich eine Kirsch-Zimt Marmelade gemacht, die war eigentlich ganz lecker. Aber ob ich das Rezept noch finde? Letzte Tage habe ich eine Zeitschrift mitgenommen: Mein schönes Land oder so ähnlich, weil dort auch Süßkirschrezepte drin sind. Ausprobiert habe ich aber noch keins. Unsere Kirschen brauchen noch ein paar Tage.
    LG Rita

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  6. Hey! I'm in the process of making cherry liquor now, it isn't instant gratification because the process will last six months, but I'll post the steps. The original recipe is on my blog, some posts ago.
    Even if you decide to do with the cherries will be as exquisite as your lemon pie, yum, yum.
    I hope that your daughter is recovered again.

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  7. Wir haben einen alten Sauerkirschenbaum im Garten und auch ich habe am Wochenende einen Eimer voll per Hand entkernt. Eine undankbare Aufgabe, aber die Dinger sind so klein, daß beim entkernen mit der Maschine wahrscheinlich nichts von der Kirsche übrig bleiben würde. Also habe ich -wie Du- alle Kirschen aufgeschnitten, nach Würmern untersucht und dann erst einaml eingefroren. Keine Ahnung was ich daraus machen werde.

    liebe Grüsse, Kerstin

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  8. Ach ich kann Dich so gut verstehen!

    Wir haben in unserem neuen Garten zwei Apfelbäume - und ich war ebenfalls so euphorisch-romantisch in meiner Freude!

    Jetzt hat der eine Baum grüne Blattläuse, der andere verliert all seine Blässer wegen irgend welchen Raupen, die sich um die zarten Knospen gesponnen haben....
    Zum Heulen!

    Und ich bin doch kein Gärtner - werde mich wohl oder übel mal schlau machen müssen, wie man den Bäumen helfen kann!
    Aber mit Apfelernte diesen Herbst sieht´s schlecht aus!

    Liebe Grüße,
    Papagena

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  9. Wir haben auch einen großen alten (Süß-)Kirschbaum in unserem neuen Grundstück. Letztes Jahr waren fast alle geplatzt, weil es so viel geregnet hatte, da war ich irgendwie enttäuscht. Dieses Jahr waren sie perfekt und ich (inwischen ein Jahr älter und klüger) war ganz froh, dass es keine Massen waren. Einen Kuchen gab's und der Rest wurde einfach vernascht.

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  10. Wir haben auch einen alten reichtragenden Süßkirschenbaum - und auch bei uns konnte ich dieses Jahr noch kein einziges Würmchen entdecken. Ich vermute mal, es lag an diesem krassen trockenen warmen Frühjahr, aber natürlich bin ich kein Biologe.

    Zum Verarbeiten:
    letztes Jahr hatte ich eine Art Rote Grütze gekocht: entkernte Kirschen mit Johannisbeeren (schwarze und rote) aus meinem und Mutterns Garten, jeder Menge Gewürzen (Zimt, Koriander, Vanille, Pfeffer, Chili, Kakaopulver, usw... - gemahlenes bleibt drin, Stücke wie Sternanis, Zimt und Vanille nach Belieben am Ende der Kochzeit raus), das ganze mit vielleicht der Hälfte (oder weniger?) des eigentlich für so eine Menge benötigten Gelierzuckers gekocht, so dass es etwas angedickt war. Diese Grütze/Kompott schmeckt super zu Pfannkuchen, Waffeln, Grießbrei und allem möglichen anderen Süßzeug.

    Marmelade hatte ich auch daraus gekocht, mit und ohne Johannisbeeren (die Johannisbeeren geben Säure und runden dadurch den Geschmack wunderbar ab - ohne zusätzliche Säure schmeckt es sonst nur süß und ein bißchen fade), allerdings hatte ich dafür die Kirschen gemixt. Da darf dann natürlich nicht ein einziger Kirschkern mehr drin sein, sonst gibt es Kernsplitter, die dann die gesamte Marmelade ruinieren.

    Sorry, eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, aber bevor die armen Kirschbäume bei Dir so in Ungnade bleiben, grade in diesem Jahr, wo es doch kaum Würmchen gibt...

    Liebe Grüße
    sendet Verena

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  11. Aaaah, vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Tipps!
    Kirschkuchen, rote Grütze, Marmelade mit Johannisbeeren oder Rosy´s Likör ... da hätte ich ja noch viel auszuprobieren.
    Nur Schnapsbrennen ist mir bei genauerer Überlegung viel zu viel bürokratischer Aufwand (Verblomben vom Zollamt usw....)und auch zu gefährlich bei der Menge (ca. ein Schnapsglas voll), das ich pro Jahr trinke. Sorry, Barbara - aber da wirst Du mit Kuchen vorlieb nehmen müssen ;o)
    Mohnrot: ja, das mit dem trockenen Frühling könnte sein - es könnte aber auch der verregnete Sommer vom letzten Jahr sein ... wer weiß.

    Christel

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  12. Süßkirschen schmecken ja leider nicht so intensiv. Das mit dem Kirschen wässern habe ich auch schon probiert, klappt super! Da kommen alle Viecher rausgekrochen. Ist zwar bisschen eklig, aber immer noch weniger eklig als die Vorstellung, genau diese Würmer zu essen...

    Ich habe aus den Süßkirschen übrigens Amarena-Kirschen gemacht, die müssen jetzt noch durchziehen und erst dann kann ich berichten, ob das Rezept empfehlenswert ist :)

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

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